|
|
|
 |
 |
 |
 |
ADOPTION VON AUSLANDSHUNDEN |
 |
|
|
Da ich ja selbst ein paar "Ausländer" unter meinen Hunden habe und auch mal ne Weile aktiv war im Auslandstierschutz, möchte ich an dieser Stelle doch noch meine Überlegungen anführen....die man sich alle zu Herzen nehmen und gedanklich durchspielen sollte, BEVOR man sich einen Hund aus Süd- oder Osteuropa importieren lässt.
|
|
|
PERSÖNLICHE Überlegungen!
„Second-Hand-Dog„ (oder CAT) -aus dem Ausland…- (...das meiste hier angesprochene gilt aber auch für den Tierheimhund "aus dem Tierheim bei ihnen um die Ecke")
Sie haben sich für einen Tierheim-Hund / Katze (aus dem Ausland ) entschieden und gehen damit eine grosse Verantwortung ein.
:::In den folgenden Punkten spreche ich der Einfachheit halber immer vom Hund, aber natürlich gelten all diese Persönlichen (!) Überlegungen auch für Katzen:::
Machen Sie sich dieser Verantwortung bewusst…dieser Hund kommt wahrscheinlich aus denkbar schlechten Verhältnissen und wird all seine Liebe und Vertrauen in Sie stecken. Bitte seien Sie sich 110% sicher, das Sie sich dem Abenteuer „Leben mit Hund„ stellen wollen und sorgen Sie so mit dafür, das der Hund nicht von einer Hand in die nächste wandert. Bedenken Sie bitte, das der Auslandstierschutzverein kein Tierheim vor Ihrer Haustür hat und bei Problemen Zeit benötigt, um die beste Lösung für alle (Sie&Hund) finden zu können. Sie werden nicht allein gelassen, aber die Ehrenamtlichen im Tierschutz sind keine Zauberer.
Darum denken Sie nochmal über die folgenden Punkte nach, nehmen Sie sich auch gerne ein paar Tage Bedenkzeit…und wenn Sie dann noch immer sicher sind, das Sie den Hund wirklich wollen, dann-wünsche ich Ihnen unheimlich viel Spass für die Zukunft!!!Und wenn Ihnen jetzt doch Zweifel kommen, dann gestehen Sie sich diese JETZT zu…Im Zweifel zu verzichten und dem Wunsch-Hund andere Chancen auflassen…auch das ist in meinem Auge Tierschutz!!!
Auch der Auslandshund kostet eine Vermittlungsgebühr! Womöglich liegt diese sogar höher, als die Gebühr im Tierheim vor Ort. Aber das Auslands-Tierheim erhält auch noch weniger öffentlichen Förderungen und der Transport vom Ausland nach Deutschland ist für den Verein wesentlich höher als der Gang vom Zwinger zum Ausgang! Ausserdem soll der Auslands-Hund auf keinen Fall zur „billigeren Alternative„ werden. Die Vermittlungsgebühr sichert nach Deckung der entstandenen Kosten den Tierschutz vor Ort und dahinter sollten Sie stehen!(Oft deckt die Vermittlungsgebühr aber auch gar nicht die entstandenen Kosten und all die Ehrenamtlichen stecken ihre Zeit und ihr Geld in den Tierschutz und in die Aufklärungs-Arbeit…Das tun sie freiwillig. So wie Sie sich freiwillig für einen Hund entscheiden!)
Der Auslands-Tierschutz ist auch keine Konkurrenz zum Tierschutz hier, viele Organisationen arbeiten übergreifend zusammen.
Die Tiere werden nach bestem Wissen gesund ausgeflogen, es sei denn, es ist was anderes vereinbart. Trotzdem empfiehlt sich gleich nach Ankunft des Tieres ein Gang zu Ihrem Tierarzt und es KÖNNEN gleich schon wieder Kosten aus Sie zukommen .Die Kosten für das Tier enden nicht mit der Anschaffungs-Summe!!!
Der Hund kommt hier in eine für ihn völlig neue Kultur, in ein anderes Klima, wahrscheinlich auch erstmalig ins Haus…Manche Tiere stecken das einfach so weg…andere müssen ihren Kultur-Schock erst verarbeiten. Sie reagieren z.B. mit Durchfall und/oder Ängstlichkeit. Diese Zeit muss geduldig überwunden werden!
Wahrscheinlich hat ihr Wunsch-Hund noch nicht viel Erziehung genossen, ist weder stubenrein noch Leinenführig…Mit Geduld und Konsequenz kommt man da aber schnell zum Ziel. Scheuen Sie sich auch nicht, den Rat von Fach-Leuten (Hundeschule) einzuholen. Sie machen damit für sich und dem Hund das Leben leichter.
Nicht jeder unserer Mitmenschen hat Verständnis für den Auslands-Tierschutz. Meist sind das sehr uninformierte Leute…Trotzdem müssen Sie über Anfeindungen stehen können.
Unsere Umwelt wird immer hundefeindlicher. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Sorgen Sie dafür, das der Hund nur zu den Menschen Kontakt bekommt, die dies auch wollen. Meiden Sie mit Hund Kinderspielplätze und damit den Zorn von Nicht-Hundlern. Seien Sie in Wohngebieten bereit, die Hinterlassenschaften ihres Hundes wegzumachen…Gehen Sie auf „dumme Pöbeleien„ nicht ein, aber suchen Sie ein offenes Gespräch mit dem interessierten Gegenüber. Zeigen Sie mit ihrem Hund, das der Hund das Gemeinschaftsbild nicht stört, sondern aufwertet!
Hat Ihr Vermieter die Zustimmung zum Hund gegeben?
Was ist, wenn Sie umziehen müssen…Sind Sie dann bereit, eine längere Wohnungssuche in Kauf zu nehmen, weil Ihr Hund mit Ihnen umziehen soll?
Ist Ihre berufliche Situation gesichert oder stehen in absehbarer Zeit Veränderungen ins Haus? Ist auch dann die Versorgung des Tieres gesichert?
Leben bei Ihnen bereits andere Tiere? Zeigt deren jetziges Verhalten, das diese sich mit einem weiteren Rudelmitglied anfreunden werden? Sind Sie bereit, ALLEN vorhandenen Tieren und dem zukünftigem Hund die Zeit zu geben, die sie brauchen, um sich „zusammen zu raufen„? Auch das passiert nicht von eben auf jetzt...
Leben Kinder bei Ihnen? Sind diese den Umgang mit Tieren gewöhnt? Können Sie dafür sorgen, das der Hund eine Rückzugs-Möglichkeit hat?Sind in der Familie Tier-Haar-Allergien aufgetreten?
Ist Ihnen klar, das Sie mit Hund nicht mehr überall genauso herzlich willkommen sind wie vorher ohne Hund?Die Urlaubs-Planung gestaltet sich mit Hund auch nicht mehr so einfach. Gute Pflegeplätze mit Familien-Anschluss sind rar, ebenso Urlaubsgegenden, in denen der Hund willkommen ist. Haben Sie das bei Ihren Planungen berücksichtigt?
Egal, wie sehr Sie auch putzen…in der Wohnung werden IMMER Hunde-Haare -und andere Spuren die auf Hund deuten- zu finden sein. Beeinträchtigt Sie das auch wirklich nicht in Ihrem „Wohlfühl-Gefühl„?
Ein Hundeleben dauert im Durchschnitt bis zu 15 Jahren…Je nach Alter Ihres Wunsch-Kandidaten sollten Sie sich also überlegen, ob Sie wirklich bereit sind, sich für diese nächste Zeit zu binden
Die Mitarbeiter im Tierschutz sind bemüht, die Charaktere ihrer Schützlinge einzuschätzen und so zu Checken, ob Hund & Mensch zusammen passen. Aber niemand kann Ihnen eine Garantie versprechen, wie sich der Hund bei Ihnen benehmen wird. (Das kann allerdings auch der gewissenhafteste Züchter nicht) Die Erfahrungen sind aber in der Mehrzahl positiv!
Und egal, wie viel man nachgedacht hat, es treten manchmal halt doch überraschende Situationen auf, die so gar nicht mit in die Überlegungen einbezogen wurden. Denken Sie dann daran, der Hund hat nur Sie und mit Ihnen zusammen wird er alles meistern. Wenn Sie ihm die Chance lassen. Und auch der vermittelnde Tierschutzverein ist gerne weiter behilflich!! Aber auch denen muss man bei unerwarteten Problemen die Chance zur Hilfe lassen…die Ehrenamtlichen sitzen in ganz Deutschland verteilt und können nicht „mal eben alle schnell zusammen hocken und einen Plan aushecken„ oder eine neue Heimat aus dem Boden zaubern. Natürlich sollte auch für den Tierschutzverein Ihre Familie Priorität haben…trotzdem braucht dieser im Falle eines Falles einfach etwas Zeit zum Handeln! Bitte denken Sie daran!
copyright by :Tanja Leuschner!
|
|
|
*nach oben*
|
|